zurück


Paul Lowe - Du Selbst Sein 

Die eigentliche Angelegenheit, von der wir hier sprechen, ist doch die Suche nach der Wahrheit. Diese Suche nach der Wahrheit ist nichts anderes als die Suche nach sich selbst! ... Das wirklich "NOT-WENDIGE" ist, dass wir herausfinden, wer wir sind. Wenn wir wissen wer wir sind, wissen wir auch alles andere. Solange wir noch nicht wissen, wer wir sind, greifen wir ein, wollen wir Dinge verändern. Es geht nur darum bewusster, aufmerksamer, lebendiger zu werden und daraus unser maximales Potential hervorzubringen, und wir erkennen und können zulassen, was geschehen möchte.

Was für Leitlinien gibt es?
Eine Leitlinie ist, dass du dein volles Potential, also dein Aufwachen, mehr wollen musst als alles andere.
Eine zweite Leitlinie ist, dass du mehr präsent, mehr "hier" sein musst, damit du dir der vielen Tiefen eines jeden Augenblicks bewusst werden kannst. Ein einfaches Beispiel hierzu: Jemand fragt dich, ob du mitgehen möchtest, die Soundso zu besuchen. Und du sagst ja. Wenn du aber genau hinschaust, fühlst du, dass es zu diesem Ja auch eine andere Ebene gibt, wo die Antwort ein Nein ist. Darunter gibt es möglicherweise ein "Vielleicht" oder ein "ich würde gerne, wenn..." Dieser und jeder Augenblick hat viel verschiedenen Schichten und Ebenen. Wir handeln alle so mechanisch und automatisch, wir leben in Klischees und schauen nicht genau hin. Wir müssen lernen, aufmerksamer jetzt hier zu sein und unsere Augen aufmachen.
Eine dritte Leitlinie ist, wahrhaftig zu sein. Keine Kompromisse!

Wenn du dich selbst nicht annimmst und liebst, kannst du niemals jemanden anderen lieben. Du magst dich betört fühlen, ein sentimentales Gefühl für jemanden empfinden, aber du kannst niemanden lieben, bis zu dich nicht selbst lieben gelernt hast, denn solange weißt du nicht, was es bedeutet, zu lieben. Du suchst Liebe für dich, und du suchst es außerhalb von dir, aber finden kannst du sie nur in dir. Was immer du auch fühlst und erlebst, bist du selbst und nicht der andere!

Totalsein bezieht alle Lebensbereiche mit ein, den Lebenspartner, die Kinder, die Arbeit, alles. Sie bezieht alles ein und schließt nichts aus. Die Person hält ihr Augenmerk auf das Wesentliche gerichtet. Was ich deutlich machen möchte, ist: Um das Höchstmögliche auf diesem Planeten zu erreichen, brauchst du diese Totalsein. Du brauchst diese Ausrichtung. Und nebenbei wirst du bemerken, dass du nicht zum Höchstmöglichen gelangen kannst, wenn du an irgend etwas festhältst. Wenn ich von Loslassen spreche, meine ich nicht, du sollst etwas nicht haben, sondern du sollst nicht daran festhalten. Du kannst durchaus dein Geld haben, deine Familie und deinen Besitz, aber wenn du daran festhältst, machst du dich eng, ziehst du dich zusammen. Um zu erleben, wer du wirklich bist, musst du dich aber immer wieder neu und weiter öffnen und dich ausdehnen. Lass los, lass immer wieder los, halte an nichts mehr fest!

Wir kreieren uns unsere eigene Realität! Eine andere Art, das zu sagen, ist: Zeit und Raum existieren nicht wirklich. Alles geschieht jetzt. Nicht nur geschieht alles jetzt, sondern jede mögliche Variation jeder Situation geschieht jetzt... du wählst die Ebene und nimmst die Ebene wahr, auf die du dich eingestellt hast. Was deine Wahl beeinflusst, sind deine Konditionierungen und was du für möglich hältst.

Jedes Mal, wenn ich losließ, ist es besser geworden. Jedes Mal, wenn ich von einer Frau - oder sie von mir- losließ, habe ich mit der nächsten Frau mehr Erfüllung gefunden. Jede neue Situation war erfüllender, alles ist immer in jeder Hinsicht gewachsen. Wenn ich etwas loslasse, kommt danach etwas Schöneres.

Frage: Wenn jemand die Lektionen seiner Krankheit gelernt hat - kann er diese Krankheit sozusagen loslassen und sein Leben einfach weiterleben?
Paul: Schau, jetzt bist du zielorientiert. Es geht nicht darum, was am Ende dabei herauskommt. Aber einzig das zählt, was geschieht, wenn du jetzt wahlfrei und bedingungslos hier bist und nicht darauf schaust, was außerhalb von dir geschehen wird und was nicht.
Eines Tages habe ich plötzlich erkannt, wer ich bin. Ich erinnerte mich. Ich erwachte zu der Tatsache, dass es Dinge wie Leben und Tod in der Weise, wie wir sie sehen, in Wahrheit nicht gibt. Wir werden nicht geboren, und wir sterben nicht. Wir kommen in einem Körper, wir kommen in diese Dimension, aber was wir Leben und Tod nennen, existiert eigentlich nicht.
Wenn dein maximales Potential darin besteht,, länger auf diesem Planenten zu bleiben, wirst du länger hier bleiben. Das wirst du dann, so oder so, die Frage dabei ist nur, akzeptierst du das, was mit dir geschehen möchte, oder kämpfst du dagegen an? Wenn du es akzeptierst, wirst du einen schöne Zeit haben, was immer auch geschieht. Wenn du dagegen ankämpfst, wirst du leiden. Ich verstehe gut, dass du noch länger leben willst oder dir verschiedene Dinge in einer bestimmten Weise wünscht. Die Dauer deines Lebens spielt keine Rolle, sondern wie präsent du in jedem Augenblick sein kannst! Wenn du präsent bist, wird du alle Dinge in deinem Leben , die du erledigen musst, abschließen können, und dein Leben wird im Augenblick des Todes erfüllt sein. 

Akzeptieren, Selbstannahme:
Akzeptiere, daß im Moment diese Urteile da sind. Versuche nicht zu ergründen warum, dass so ist. Bleibe dabei, immer wieder zurück in deine momentane Realität zu kommen. "Das bin ich jetzt in diesem Moment." In dem Moment, in dem du dich akzeptierst, wie du bist, in dem Moment, in dem du mit dir "einverstanden" bist, bist du dir nicht mehr im Weg. Du bist in Akzeptanz, du bist in Frieden. Es spielt überhaupt keine Rolle, wie du bist. Sobald du akzeptierst, bist du im Gleichgewicht. Du könntest das auch Liebe nennen. Denn dein Einverstandensein wandelt sich zu Liebe.
Wenn du einverstanden mit dir und vollständig bist, machst du dir keine Sorgen mehr um andere Menschen, obgleich du noch immer Fürsorge für sie empfindest. Wenn du dich selbst gefunden hast, bist du in jeder Situation angemessen, du bist Liebe, du bist nicht "lieb", du gibst niemanden Liebe, du liebst einfach, wenn jemand aus dem Lot oder in Stress ist, bist du einfach da und mit ihm. Und er spürt das. Wenn sich jemand gesehen fühlt, wirklich gesehen, und sich von einem anderen Maschen, so wie er ist gesehen, und angenommen und geliebt fühlt, findet Heilung statt.
Wenn du eine tiefe Ebene der Selbstannahme erreicht hast, hörst du auf, dich selbst zu verurteilen und siehst dich einfach in jedem Augenblick als das Wesen, das du bist. Wenn das geschieht, beginnst du auch andere auf diese Weise zu sehen und diese nicht mehr zu verurteilen. Du hast immer wieder hingeschaut, hast wahrgenommen, hast erkannt und akzeptiert. Und so lösen sich deine Urteile einfach auf. Wenn du die Urteile, die du gegen dich selbst hast, akzeptierst und somit vergehen lässt, geschieht das gleiche mit den Urteilen gegenüber anderen Menschen. Wenn du diesen Prozess fortsetzt, verwandelt sich dein 
Dich-Annehmen in Liebe. Du wirst annehmend, du wirst wahrhaft liebend.

Ideen erschaffen unser Leben auf vielerlei Art. Jeder Gedanke hat eine Schwingung, jede Schwingung hat einen Effekt. Ob du positiv oder negativ denkst, du kreierst eine Realität. Aber es ist viel besser, dich von all deinen Gedanken zu lösen. Dann "fliegst" du in eine andere Dimension. Manifestiere auch nichts "positiv", denn auch damit schaffst du ein Ungleichgewicht. Sei einfach absichtslos. Sei einfach in jedem Augenblick offen und verfügbar, dann bist du immer in deinem maximalen Potential. Wenn du diesen Ort in dir erreichst, zieht in dein Inneres ein großer Friede ein. Es ist dann so wunderbar, dieses Gleichgewicht in dir zu erleben, das sinngemäß sagt: "Was immer sein soll, soll sein! Ich werde es genießen.

Wesentlich ist, wahlfrei zu werden, bedingungslos zu sein, denn du kannst ohnehin nichts tun. Jesus soll gesagt haben: "Dein Wille geschehe!" Der wird sowieso geschehen! Es spielt keine Rolle, ob du ja oder nein dazu sagst. Es wird geschehen. Wir können dazu ja oder sein sagen. Das ist die einzige Wahl, die uns bleibt. Wenn wir ja sagen, sind wir im Fluss des Lebens und beginnen, uns auszudehnen. Wenn wir uns ausdehnen, heilen wir. 

Wie bereitest du dich aufs Sterben vor? Indem du lebst! Indem du so total lebst, dass es dir nichts ausmacht, ob du stirbst oder nicht, denn alles Erleben ist dir wesentlich. Du lebst total. Wenn du so lebst, spielt es wirklich keine Rolle mehr für dich, ob du stirbst oder nicht. Du hast so vollkommen, so total gelebt, dass du für alles bereit bist, was auch immer als nächstes kommt. Wenn es der Tod ist, einverstanden, du bist jederzeit bereit. Um zum Sterben bereit zu sein musst du jeden Augenblick leben.

Ich habe aufgehört an mir zu arbeiten, und damit habe ich gleichzeitig aufgehört, an anderen zu arbeiten. Es gibt zwischen dem, was jemand mit sich tut, und dem, was er mit anderen, tut, keinen Unterschied. Ein Sexualtherapeut macht deshalb Sexualtherapie, weil Sexualität für ihn selbst noch ein zentrales Thema ist. Der Grund für einen Menschen Angsttherapie anzubieten, ist der, dass er selbst noch an seinen Ängsten zu arbeiten hat.
Irgendwie tun wir alle, was wir tun müssen, ob wir Seminare leiten oder daran teilnehmen. Wie du weißt, habe ich als letztes Meditationsgruppen geleitet, und auch das ist jetzt vorbei, ich bin Zuhause. Es gibt auch hierzu noch andere Ebenen, und ich bin offen für die, aber ich brauche jetzt an nichts mehr zu arbeiten. Das Ankommen ist nur eine Frage des 
Präsent-und-offen-Seins, denn dann geschieht das, was angemessen ist, von allein. Das ist es, was mit mir geschehen ist, und ich teile liebend gerne mit denen, die empfänglich dafür sind, wenn jemand nichts davon wissen will, ist das genauso perfekt - alles ist perfekt. Ich habe mich zur Ruhe gesetzt und stehe daher voll zur Verfügung. 

Wenn du für jemand etwas oder irgend jemanden singst, wenn du irgend etwas für irgend etwas oder irgend jemanden tust, verunreinigt das dein Tun. Dein Handeln geschieht dann nicht einfach nur aus deinem Wesen heraus, kommt nicht einfach nur von deinem Licht, von der Freude, dich auszudrücken, sondern es geschieht für etwas. Auf diese Weise kommt es zu einer Verunreinigung. Diese Eintrübung zeigt, dass dir dein Tun an sich nicht genug ist, weil du dir selbst nicht genug bist. Sobald du dir selbst genug bist, dass heißt, dich selbst ganz akzeptierst und dich somit verwirklicht hast, liebst du dich selbst, dann liebst du alles , was du tust, und wenn andere Leute das auch lieben ist das wunderbar. Wenn nicht, ist es auch wunderbar.